02.02.2026
Ölpreise fallen deutlich: Entspannung zwischen Iran und USA drückt ICE- und NYMEX-Notierungen
Brent: 65.76
Gasoil: 791.00
Dollar: 0.7732
Crude (WTI): 61.75
Rheinfracht: 45.50

Die Ölpreise an den Börsen ICE und NYMEX sind zu Beginn der neuen Woche deutlich gefallen. Auslöser ist eine spürbare Entspannung im geopolitischen Verhältnis zwischen Iran und den USA, nachdem beide Seiten ihre Bereitschaft zu neuen Gesprächen signalisiert haben. Zuvor hatten Sorgen vor einer militärischen Eskalation die Notierungen auf Mehrmonatshochs getrieben. Die jüngsten Signale der Deeskalation führten nun zum Abbau dieser geopolitischen Risikoprämie.

Zusätzlich verstärkt wurde der Preisrückgang durch die Stärke des US-Dollars. Ein fester Dollar verteuert Rohöl für Käufer außerhalb der USA und wirkt damit dämpfend auf die Nachfrage. Marktteilnehmer werten zudem Berichte, wonach iranische Seestreitkräfte derzeit keine aggressiven Manöver in der Straße von Hormus planen, als weiteres Entspannungssignal.

Analysten sehen darin einen klaren Stimmungsumschwung am Ölmarkt. Gewinnmitnahmen setzten ein, da die zuvor eingepreisten Risiken an Bedeutung verlieren. Gleichzeitig rückt das fundamentale Marktumfeld wieder stärker in den Fokus und zeigt sich zunehmend bearish.

Das jüngste OPEC+-Treffen blieb weitgehend unbeachtet, brachte jedoch keine Überraschungen. Die Fördergemeinschaft bestätigte die bestehende Förderpause auch für März und vertagte weitergehende Entscheidungen auf das nächste Treffen Anfang März. Trotz der weiterhin betonten Flexibilität dürfte die OPEC+ ab April schrittweise mit Förderanhebungen beginnen, da sie ein starkes Überangebot weniger kritisch einschätzt als der Markt.

Zusätzlich belastend wirkt das Abklingen der Kältewelle in den USA, wodurch Angebotsausfälle unwahrscheinlicher werden. In der Folge ergeben sich auch bei den Inlandspreisen deutliche Abschläge gegenüber dem Wochenschluss, mit weiter fallender Tendenz.

 

Fundamental; neutral bis bearish           Chartanalyse; bearish