17.03.2026
Ölpreise geben nach Freigabe strategischer Reserven erstmals leicht nach
Brent: 104.00
Gasoil: 1176.50
Dollar: 0.7888
Crude (WTI): 97.60
Rheinfracht: 25.00

Die Rohölpreise an den Terminbörsen ICE und NYMEX verzeichneten am Montag nach zuvor drei aufeinanderfolgenden Handelstagen mit Kursgewinnen erstmals wieder einen leichten Rückgang. Ausschlaggebend hierfür waren konkrete Maßnahmen zur Freigabe strategischer Ölreserven durch Mitgliedstaaten der Internationalen Energieagentur (IEA). Japan reduzierte dazu die vorgeschriebenen Mindestreserven seiner Raffinerien, während die USA eine erste Tranche von 89 Millionen Barrel Rohöl im Rahmen von Tauschgeschäften ausschrieb. Diese zusätzlichen Angebotsimpulse wirkten kurzfristig preisdämpfend.

Gleichzeitig blieb das Preisniveau insgesamt hoch: Die Nordseesorte Brent konnte sich weiterhin oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 100 US-Dollar pro Barrel behaupten und zeigte bereits am Dienstagmorgen wieder eine Aufwärtstendenz. Marktteilnehmer sehen sich aktuell mit einer außergewöhnlich hohen Nachrichtenlage konfrontiert, die zu starken und kurzfristigen Preisschwankungen führt, da Unsicherheit über Umfang und Dauer möglicher Angebotsausfälle besteht.

Preistreibend wirken insbesondere geopolitische Risiken. Meldungen über Drohnenangriffe auf Energieanlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Angriffe auf das irakische Ölfeld Majnoon verstärken die Sorge vor Produktionsunterbrechungen. Zusätzlich bleibt die Lage in der strategisch wichtigen Straße von Hormus angespannt, da Einschränkungen im Schiffsverkehr den globalen Öltransport beeinträchtigen, auch wenn einzelne Tanker die Passage weiterhin nutzen.

Parallel dazu rückt die Geldpolitik in den Fokus. Die Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank dürfte kurzfristig keine Zinserhöhung bringen, jedoch könnten Hinweise auf eine künftig restriktivere Politik den US-Dollar stärken und damit Druck auf die Ölpreise ausüben. Auch die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank werden mit Spannung erwartet.

Insgesamt dominieren derzeit wieder angebotsseitige Risiken, sodass die Ölpreise aktuell über den Vortageswerten liegen und weiteres Aufwärtspotenzial bei den Inlandspreisen wahrscheinlich erscheint.

 

Fundamental; neutral bis bullish                                        Chartanalyse; neutral