18.06.2026
Entspannung im Nahen Osten drückt Ölpreise: USA und Iran erzielen Durchbruch.
Brent: 77.60
Gasoil: 873.00
Dollar: 07.990
Crude (WTI): 74.50
Rheinfracht: 49.00

Die vorzeitige Unterzeichnung einer Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran hat die Ölpreise deutlich belastet. Die Vereinbarung umfasst die Einstellung der Kampfhandlungen, die Aufhebung der US-Blockade iranischer Häfen sowie die Wiederöffnung der Straße von Hormus für den internationalen Schiffsverkehr. Da rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels über diese Meerenge abgewickelt wird, bewertet der Markt die Einigung als klares Signal für eine Verbesserung der globalen Versorgungslage. Ein endgültiges Abkommen soll innerhalb von 60 Tagen ausgehandelt werden.

Nach Einschätzung von Rajeev De Mello, Fondsmanager bei Gama Asset Management, reduziert die Vereinbarung insbesondere das bislang bestehende Risiko eines Scheiterns der Verhandlungen in letzter Minute. Entsprechend reagierten die Öl-Futures an ICE und NYMEX mit Kursverlusten.

Die seit Ende Februar nahezu vollständig blockierte Straße von Hormus hatte das globale Ölangebot erheblich eingeschränkt. Laut den aktuellen Prognosen der EIA und der IEA dürfte die vollständige Wiederaufnahme der Lieferungen im kommenden Jahr zu einem erheblichen Angebotsüberschuss führen. Die EIA erwartet einen Überschuss von rund 4 Mio. Barrel pro Tag, die IEA sogar von 5 Mio. Barrel täglich.

Kurzfristig bleibt die Lage jedoch angespannt. Die weltweiten Ölbestände wurden durch die Angebotsausfälle stark reduziert. Auch in den USA sinken die Rohölvorräte weiter. Besonders kritisch ist die Situation im Lagerzentrum Cushing (Oklahoma), wo die Bestände inzwischen so niedrig sind, dass der Betrieb erschwert wird. Zusätzlich belastet ein stärkerer US-Dollar die Ölpreise. Nach den jüngsten Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh rechnen die Märkte weiterhin mit einer Zinserhöhung im laufenden Jahr.

 

Fundamental; neutral                                 Chartanalyse; neutral bis bearish