Die Ölfutures an ICE und NYMEX verzeichneten den dritten kräftigen Anstieg in Folge. Auslöser waren erneute Drohungen von Donald Trump gegen den Iran, sollte Teheran kein neues Atomabkommen abschließen. Damit haben sich die Sorgen vor geopolitischen Verwerfungen und möglichen Lieferunterbrechungen im Nahen Osten erneut verschärft und die geopolitische Risikoprämie am Ölmarkt deutlich erhöht.
Iran ist trotz bestehender Sanktionen mit rund 3,2 Mio. Barrel pro Tag der viertgrößte Produzent innerhalb der OPEC. Ein militärischer Konflikt könnte nicht nur iranische Exporte gefährden, sondern auch Lieferungen aus der gesamten Region beeinträchtigen, aus der etwa ein Drittel des weltweiten Ölangebots stammt. Besonders kritisch wäre eine Störung der Straße von Hormus, über die täglich rund 20 Mio. Barrel Öl transportiert werden.
Die Citigroup schätzt, dass die Iran-Spannungen die Ölpreise aktuell um drei bis vier Dollar je Barrel verteuern. Gleichzeitig wirken weitere bullishe Faktoren unterstützend, darunter wetterbedingte Produktionsausfälle in den USA und rückläufige Rohöllagerbestände.
Die unveränderte Zinspolitik der Federal Reserve trat dabei in den Hintergrund. Insgesamt dominiert kurzfristig ein klar bullishes Marktumfeld, auch wenn der strukturelle Angebotsüberschuss langfristig bestehen bleibt. Entsprechend zeichnen sich auch bei den Inlandspreisen weitere Aufschläge ab.
Fundamental; bullish Chartanalyse; neutral