Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben die Rohölpreise an ICE und NYMEX auf neue Mehrmonatshochs getrieben. Auf Wochensicht steuern die Notierungen damit auf den stärksten Preisanstieg seit Monaten zu. Zusätzlich wirkte die anhaltende Kälte in Europa und den USA preisstützend, wenn auch weniger stark als in der Vorwoche.
Im Zentrum der Sorgen steht die Möglichkeit einer Blockade der Straße von Hormus, einem zentralen Nadelöhr für den globalen Ölhandel. Militärische Drohgebärden Teherans sowie entsprechende Reaktionen aus Washington haben die geopolitische Risikoprämie deutlich erhöht. Die Citigroup schätzt diesen Aufschlag aktuell auf sieben bis zehn Dollar je Barrel, geht jedoch mittelfristig von einer De-Eskalation aus.
Trotz der angespannten Lage sind bislang keine realen Angebotsausfälle zu verzeichnen. Entsprechend erwartet der Markt, dass die OPEC+ bei ihrem Treffen am Sonntag die Pause bei der Rückführung freiwilliger Förderkürzungen bestätigen wird. Auch Entwicklungen in Venezuela dürften daran wenig ändern, obwohl die USA neue Lizenzen für den Umgang mit venezolanischem Öl erteilt haben.
Kurzfristig agieren Marktteilnehmer vorsichtig, da der anstehende Kontraktwechsel und der festere US-Dollar die Volatilität erhöhen. Insgesamt bleiben die Preise risikogetrieben, mit klarer Abhängigkeit von weiteren geopolitischen Schlagzeilen.
Fundamental; neutral bis bullish Chartanalyse; neutral bis bearish