Trotz neuer US-Angriffe auf militärische Ziele im Iran und anhaltender iranischer Vergeltungsschläge sind die Ölpreise am Dienstag unter die Höchststände des Vortags gefallen. Grund dafür sind wachsende Hoffnungen auf eine diplomatische Annäherung zwischen den USA und dem Iran. Beide Seiten führen über Vermittler weiterhin Gespräche, wobei ein Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe vorliegt. Diese könnte auch die Wiederaufnahme eines zuvor gescheiterten Memorandums ermöglichen.
Das im Juni vereinbarte Rahmenabkommen sah die Öffnung der Strasse von Hormus und Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen vor, das sich aus US-Sicht vor allem auf das iranische Atomprogramm konzentrieren sollte. Inzwischen ist jedoch die Sicherheit des Schiffsverkehrs durch die Strasse von Hormus zum zentralen Konfliktthema geworden.
Zusätzliche Risiken entstehen durch die Drohung der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz, Saudi-Arabien über das Rote Meer zu blockieren. Eine solche Eskalation könnte das globale Ölangebot erheblich beeinträchtigen und die Ölpreise deutlich steigen lassen. Analysten warnen zudem, dass sinkende Lagerbestände den Markt anfälliger für Versorgungsstörungen machen.
Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die bevorstehenden US-Ölbestandsdaten von API und DOE, die Hinweise auf Lagerbestände, Nachfrage, Raffinerieauslastung und Produktion geben werden. Trotz des jüngsten Preisrückgangs bleibt das Risiko steigender Inlandspreise bestehen.
Fundamental: neutral bis bullish Chartanalyse: neutral bis bearish