Am Donnerstag richten sich alle Blicke auf die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Genf. Die iranische Delegation will über Vermittler darlegen, in welchen Punkten Teheran beim Atomprogramm zu Zugeständnissen bereit ist.
Laut Warren Patterson von ING Groep NV preist der Markt derzeit eine geopolitische Risikoprämie von bis zu 10 US-Dollar pro Barrel ein. Die Ergebnisse der Gespräche dürften die kurzfristige Preisentwicklung maßgeblich bestimmen. Selbst im Falle eines Scheiterns sei jedoch nicht mit einer unmittelbaren starken Marktreaktion zu rechnen, da zunächst das Ausmaß möglicher US-Maßnahmen gegen Iran abgewartet würde.
Auch Toshitaka Tazawa von Fujitomi Securities sieht erhebliches Potenzial für Preisschwankungen: Im Falle einer militärischen Eskalation könnte WTI kurzfristig über 70 US-Dollar steigen, bei begrenzten und kurzzeitigen Angriffen jedoch wieder in eine Spanne von 60 bis 65 Dollar zurückfallen.
Als zentrale Unbekannte gilt die mögliche Reaktion Teherans, insbesondere eine Blockade der Straße von Hormus. Zudem bleibt offen, wie die OPEC+ auf mögliche Angebotsausfälle reagieren würde.
Während geopolitische Risiken dominieren, rückt die US-Versorgungslage in den Hintergrund. Aktuell zeigen sich die Futures richtungslos. Ein festerer EUR/USD-Kurs sorgt bei den Inlandspreisen bereits für leichtes Abwärtspotenzial.
.Fundamental; neutral bis bearish Chartanalyse; neutral bis bearish