Die internationalen Ölpreise zeigten zuletzt ein volatiles Bild. Nachdem Zoll-Drohungen des US-Präsidenten im Zusammenhang mit Grönland sowie von der EU diskutierte Vergeltungsmaßnahmen die Ölfutures zunächst belasteten, konnten sich Brent und WTI im weiteren Tagesverlauf wieder erholen. Die Kursbewegungen waren dabei auch durch den US-Feiertag geprägt, der zu einem geringeren Handelsvolumen führte. Mit der Rückkehr amerikanischer Marktteilnehmer und dem anstehenden Frontmonatswechsel bei WTI könnten kurzfristig neue Schwankungen auftreten.
Fundamental erhält der Ölmarkt Unterstützung durch optimistischere Konjunkturerwartungen. Der Internationale Währungsfonds rechnet für 2024 mit einem stärkeren globalen Wirtschaftswachstum und hob seine Prognosen für die USA und China jeweils um 0,3 Prozentpunkte an, was die Ölnachfrage begünstigen dürfte. Zusätzlich stützend wirkte eine vorübergehende Produktionsunterbrechung am Tengiz-Ölfeld in Kasachstan. Gleichzeitig hat sich das zuvor erhöhte geopolitische Risiko eines möglichen US-Militärschlags gegen den Iran deutlich abgeschwächt.
Damit rücken jedoch erneut Sorgen über eine Überversorgung des Ölmarktes in den Vordergrund. Analysten sehen in einem möglichen Angebotsüberschuss sowie in einer Eskalation der Handelskonflikte zwischen den USA und der EU klare Abwärtsrisiken für die Preise. Die US-Energiebehörde EIA erwartet für 2026 einen Angebotsüberschuss von 2,83 Millionen Barrel pro Tag, während die IEA sogar von einem noch höheren Überangebot ausgeht. Die OPEC bleibt hingegen bei ihrer Einschätzung eines weitgehend ausgeglichenen Marktes.
In den kommenden Tagen dürften Aussagen vom Weltwirtschaftsforum in Davos sowie verspätet veröffentlichte US-Lagerdaten zusätzliche Impulse liefern. Derzeit notieren die Ölpreise nahe ihren jüngsten Hochs, ohne diese nachhaltig zu überwinden.
Fundamental; neutral bis bullish Chartanalyse; neutral bis