Die Energiepreise in Europa standen zuletzt stark unter dem Einfluss extremer Witterungsbedingungen. Eine Kältewelle in mehreren Teilen Europas trieb die Erdgaspreise an den europäischen Börsen kurzfristig auf neue Langzeithochs, bevor eine technische Gegenbewegung einsetzte. In diesem Umfeld legte auch der europäische Gasoil-Kontrakt zunächst zu, konnte das höhere Preisniveau jedoch nicht halten und gab anschließend leicht nach.
Auch die Rohölmärkte profitierten zum Wochenauftakt von wetterbedingten Impulsen. Ein massiver Wintereinbruch in den USA führte laut Energy Aspects zeitweise zu Produktionsausfällen von rund 2 Mio. Barrel pro Tag, was etwa 15 % der gesamten US-Rohölproduktion entspricht. Die Geschwindigkeit der Erholung bleibt unsicher, da weiterhin niedrige Temperaturen und mögliche Schneestürme erwartet werden. Zusätzlich erschweren logistische Probleme, etwa eingeschränkte Erreichbarkeit von Anlagen für Fachpersonal, den Produktions- und Raffineriebetrieb.
Im weiteren Wochenverlauf rückt erneut die OPEC+ in den Fokus der Marktteilnehmer. Die acht Länder, die seit Anfang 2024 freiwillige Zusatzkürzungen umsetzen, beraten am 1. Februar über ihre Förderstrategie für März. Zwar gilt der bestehende Plan grundsätzlich als stabil, Anpassungen bleiben jedoch möglich. Parallel beobachten Händler geopolitische Risiken, insbesondere die Spannungen zwischen den USA und Iran sowie die laufenden Gespräche zur Ukraine.
Belastend wirkten zuletzt Meldungen zur möglichen raschen Erholung der Förderung am kasachischen Tengiz-Ölfeld sowie erste Lagerdaten aus den USA. Entsprechend gerieten die Ölpreise am Morgen unter Druck, was auch bei den Inlandspreisen zu ersten Abschlägen führte.
Fundamental; bullish Chartanalyse; neutral