03.03.2026
Nahost-Eskalation treibt Brent-Ölpreis deutlich nach oben – 80-Dollar-Marke im Fokus
Brent: 79.91
Gasoil: 945.25
Dollar: 0.7814
Crude (WTI): 72.75
Rheinfracht: 22.00

Die militärische Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran hat die Energiemärkte stark verunsichert und zu deutlichen Preisaufschlägen geführt. Der Preis für Brent Crude lag zum Settlement rund 5 US-Dollar über dem Niveau vom Freitag. Zwar fiel der Kurs zuletzt wieder unter die Marke von 80 US-Dollar je Barrel, überschritt diese jedoch zwischenzeitlich deutlich und zeigt weiterhin hohe Volatilität. Auch die Kontrakte an ICE und NYMEX tendieren erneut fester.

Zentraler Preistreiber ist die faktische Blockade der Straße von Hormus. Durch die Meerenge werden im Normalfall täglich bis zu 21 Millionen Barrel Rohöl sowie rund 20 Prozent des globalen LNG-Bedarfs transportiert. Laut JPMorgan Chase sind die Rohölexporte dort bereits auf etwa 4 Millionen Barrel pro Tag gefallen – nur noch ein Viertel des üblichen Volumens. Reedereien weichen zunehmend auf alternative Routen aus, was Transportzeiten verlängert und Frachtkosten erhöht.

Die geplante Produktionsausweitung von acht Mitgliedern der OPEC+ um 206.000 Barrel pro Tag ab April wirkt kurzfristig kaum entlastend. Einerseits könnten Produktionsausfälle in anderen Mitgliedstaaten gegensteuern, andererseits erschwert die Blockade selbst bei höherer Förderung den Export.

Analysten reagieren mit deutlichen Prognoseanpassungen: Wood Mackenzie hält Preise über 100 US-Dollar für realistisch, während Bernstein Research seine Brent-Jahresprognose auf 80 US-Dollar anhob und im Eskalationsfall sogar 120 bis 150 US-Dollar je Barrel erwartet. Produktionsunterbrechungen einzelner Unternehmen sowie ein schwächerer Euro verstärken zusätzlich den Aufwärtsdruck auf die Inlandspreise.

 

Fundamental; bullish                   Chartanalyse; neutral