Die Ölpreise sind deutlich gefallen, nachdem sich die USA und der Iran auf ein Abkommen verständigt haben. Der Preis für Brent-Rohöl sank erstmals seit Anfang März unter die wichtige Marke von 80 US-Dollar pro Barrel. Marktbeobachter führen dies vor allem auf den Abbau geopolitischer Risiken zurück. Während zu Beginn des Nahostkonflikts aus Sorge vor Versorgungsengpässen verstärkt Öl gekauft wurde, ziehen sich Investoren nun wieder aus dem Markt zurück.
Ein zentraler Grund für den Preisrückgang ist die Aussicht auf die Wiederöffnung der Straße von Hormus. Über diese strategisch wichtige Schifffahrtsroute wurden vor dem Konflikt täglich rund 21 Millionen Barrel Öl transportiert. Die Freigabe der Meerenge ist für Freitag vorgesehen und soll mit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran verbunden werden. Die Unterzeichnung soll voraussichtlich in Bürgenstock bei Luzern stattfinden.
Trotz der positiven Marktreaktion bestehen weiterhin Unsicherheiten. Experten rechnen lediglich mit einer schrittweisen Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs. Zudem könnten anhaltende Spannungen im Libanon und die Rolle der vom Iran unterstützten Hisbollah die Umsetzung des Abkommens gefährden. Auch die USA drängen Israel zu Zurückhaltung, um die Vereinbarung nicht zu gefährden.
Kurzfristig richten sich die Blicke der Marktteilnehmer auf den Monatsbericht der Internationalen Energieagentur (IEA) sowie auf die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank Fed. Hinweise auf mögliche Zinserhöhungen könnten den US-Dollar stärken, die Nachfrage nach Öl dämpfen und damit zusätzlichen Druck auf die Ölpreise ausüben. Entsprechend werden für Verbraucher sinkende Inlandspreise erwartet.
Fundamental; neutral Chartanalyse; neutral bis bearish