13.01.2026
Sorgen um US-Luftschläge gegen Iran treiben Rohölpreise trotz Venezuela-Angebot nach oben
Brent: 64.24
Gasoil: 634.25
Dollar: 0.7987
Crude (WTI): 59.86
Rheinfracht: 37.00

Die jüngsten Unruhen im Iran haben die geopolitische Risikoprämie am Ölmarkt spürbar erhöht und die Rohölpreise an den Börsen ICE und NYMEX gestützt. Hintergrund ist die Sorge, die USA könnten militärisch in die Entwicklungen im Iran eingreifen, was potenzielle Ausfälle des iranischen Ölangebots nach sich ziehen würde. Laut Barclays Bank hat sich die geopolitische Risikoprämie dadurch um etwa 3 bis 4 US-Dollar je Barrel erhöht. Diese Unsicherheit überlagerte zuletzt sogar die Aussicht auf umfangreiche Verkäufe venezolanischen Rohöls durch die USA.

Zwar kündigte US-Präsident Trump vorerst keinen Militärschlag an, stellte jedoch Strafzölle von 25 % auf Importe aus Ländern in Aussicht, die weiterhin Handel mit dem Iran treiben. Auch diese Maßnahme trägt nach Einschätzung von Marktbeobachtern zur Risikoprämie bei. Entscheidend für die weitere Preisentwicklung bleibt jedoch, ob aus der politischen Rhetorik konkrete und durchsetzbare Maßnahmen folgen, die tatsächlich zu Angebotsengpässen oder zu einer Abschwächung der globalen Nachfrage führen.

Besonders betroffen von möglichen Vergeltungsmaßnahmen wären China und Indien. China ist der wichtigste Abnehmer iranischen Öls, das aufgrund westlicher Sanktionen günstiger angeboten wird. Ein erneuter Handelskonflikt zwischen den USA und China könnte sowohl das Wirtschaftswachstum als auch die Ölnachfrage belasten. Indien steht bereits wegen seiner Importe von russischem Öl unter Druck und könnte durch zusätzliche US-Zölle weiter beeinträchtigt werden.

Auf der Angebotsseite stützen zudem mögliche neue Sanktionen gegen Russland die Preise, da sie die Förderung eines wichtigen OPEC+-Produzenten weiter reduzieren könnten. Zusätzliche Impulse erwarten die Märkte von den anstehenden Monatsberichten der EIA, OPEC und IEA sowie von den wöchentlichen US-Lagerdaten. Kurzfristig deutet die aktuelle Marktlage, auch aufgrund eines schwächeren Euro, auf leicht steigende Inlandspreise hin.

 

Fundamental; neutral bis bullish                                               Chartanalyse; neutral