22.07.2026
Die Lage im Nahen Osten bleibt der wichtigste Preistreiber am Ölmarkt.
Brent: 91.91
Gasoil: 1212.50
Dollar: 0.8128
Crude (WTI): 85.06
Rheinfracht: 145.00

Die Lage im Nahen Osten bleibt der wichtigste Preistreiber am Ölmarkt. Nach einer elften Nacht mit US-Angriffen auf Ziele im Iran sowie iranischen Angriffen auf US-Einrichtungen in Bahrain, Kuwait und Jordanien erreichten die Rohölpreise neue Fünf-Wochen-Hochs. Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz, die den Schiffsverkehr im Roten Meer bedroht und eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt hat. Besonders betroffen wäre die Meerenge Bab el-Mandeb, die für Saudi-Arabien als alternative Exportroute an Bedeutung gewonnen hat.
Eine Sperrung des Roten Meers würde Tanker zwingen, den längeren Weg über den Suezkanal zu nehmen. Dies würde Transportzeiten und Frachtkosten deutlich erhöhen und die weltweite Ölversorgung zusätzlich belasten. Erste Tanker sollen ihre Route bereits angepasst haben.

US-Präsident Donald Trump drohte mit weiteren Angriffen gegen den Iran und kündigte Gegenmassnahmen bei Störungen des Schiffsverkehrs an. Gleichzeitig widersprechen sich Washington und Teheran bezüglich möglicher Verhandlungen, was die Unsicherheit an den Märkten verstärkt.

Marktbeobachter erwarten den Ölpreis kurzfristig zwischen 80 und 90 US-Dollar je Barrel. Sollte das Rote Meer tatsächlich blockiert werden, wären Preise von über 100 US-Dollar möglich. Zusätzliche Risiken entstehen durch Angriffe auf das CPC-Exportterminal in Russland sowie die heute erwarteten DOE-Lagerdaten aus den USA, welche die Preisentwicklung weiter beeinflussen könnten.

Fundamental: bullish                                           Chartanalyse: neutral bis bullish