10.09.2026
Eskalation am Persischen Golf treibt Brent erstmals seit Juli über 100 Dollar.
Brent: 100.44
Gasoil: 1453.75
Dollar: 0.8086
Crude (WTI): 95.57
Rheinfracht: 205.00

Die Lage am Persischen Golf hat sich deutlich verschärft und belastet zunehmend die internationalen Energiemärkte. Der Preis für Brent-Rohöl stieg erstmals seit Juli wieder über 100 US-Dollar pro Barrel. Eine kurzfristige Deeskalation ist derzeit nicht absehbar. Marktteilnehmer rechnen deshalb mit möglichen länger anhaltenden Konflikten und steigenden Risiken für die weltweiten Öl- und Gaslieferungen.

Besonders wichtig ist die Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil der weltweiten Energieexporte transportiert wird. Anhaltende militärische Angriffe und Störungen der Schifffahrt könnten zu Lieferausfällen führen und die ohnehin angespannten physischen Ölmärkte weiter verknappen. Dadurch bleibt eine hohe geopolitische Risikoprämie in den Ölpreisen bestehen.

Die Einschätzungen zur weiteren Preisentwicklung gehen jedoch auseinander. Während einige Analysten mit längerfristigen Beeinträchtigungen der Ölströme rechnen, sehen andere einen starken weiteren Preisanstieg nur dann als wahrscheinlich an, wenn es tatsächlich zu größeren Einschränkungen beim Transport durch die Straße von Hormus kommt. Auch die Angaben über die derzeit dort transportierten Mengen unterscheiden sich deutlich.

Zusätzlichen Einfluss auf die Märkte haben die erwarteten Daten zu den US-Ölbeständen sowie der neue Monatsbericht der OPEC. Die US-Energiebehörde EIA hatte bereits einen starken Rückgang der weltweiten Ölbestände und höhere Preisprognosen für dieses und nächstes Jahr gemeldet.

Insgesamt bleibt die fundamentale Lage am Ölmarkt bullish. Die Sorge vor längerfristigen Exportstörungen stützt die Preise. Bei den Inlandspreisen könnte eine vorübergehende Pause bei der Gasoil-Rally jedoch kurzfristig zu niedrigeren Preisen führen.

 

Fundamental: bullish       Chartanalyse: neutral bis bullish