Die Ölpreise setzen ihren Aufwärtstrend fort, nachdem sie sich am Vortag kurz stabilisiert hatten. Haupttreiber bleibt der Krieg im Iran und insbesondere die Blockade der Straße von Hormus. Über diese zentrale Handelsroute werden normalerweise täglich mehr als 20 Mio. Barrel Rohöl und Ölprodukte transportiert. Die aktuelle Unterbrechung wirkt sich zunehmend auf die globale Energieversorgung aus.
Der Irak, zweitgrößter Produzent innerhalb der OPEC, musste seine Förderung bereits um rund 1,5 Mio. Barrel pro Tag senken, da Lagerkapazitäten knapp werden. Gleichzeitig hat Katar als weltweit führender LNG-Produzent am Golf seine Gasproduktion gestoppt und für Exporte „Force Majeure“ erklärt. Branchenkreise gehen davon aus, dass es mindestens einen Monat dauern könnte, bis wieder normale Produktionsmengen erreicht werden.
Parallel verschärft sich die Sicherheitslage im Persischen Golf. Laut der UK Maritime Trade Operations kam es erneut zu einer Explosion an einem Tanker vor der Küste Kuwaits. Iran drohte wiederholt damit, jedes Schiff anzugreifen, das die Straße von Hormus passieren will. Schätzungen zufolge sitzen derzeit über 300 Tanker im Golf fest.
Analysten von JPMorgan Chase gehen dennoch davon aus, dass bei einer Öffnung der Meerenge relativ schnell wieder Normalbetrieb möglich wäre. Kurzfristig bleibt die Lage jedoch angespannt, weshalb die Märkte weiterhin eine hohe Risikoprämie einpreisen. Entsprechend steigen auch die Inlandspreise weiter an, unterstützt durch den starken Anstieg des ICE-Gasoil-Kontrakts auf den höchsten Stand seit 2022.
Fundamental; bullish Chartanalyse; neutral bis bullish