Die Ölpreise haben sich am Donnerstag deutlich von ihren Wochenhochs entfernt. Auslöser waren Fortschritte bei einer Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon sowie neue Hoffnungen auf ein mögliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran. Dadurch nahm die geopolitische Risikoprämie vorübergehend ab und sorgte für Verkaufsdruck an den Ölbörsen.
Besonders die Einigung zwischen Israel und dem Libanon wurde von den Märkten positiv aufgenommen. Analysten weisen jedoch darauf hin, dass weitere Preisrückgänge stark davon abhängen, ob sich auch der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus nachhaltig normalisiert. Die Ablehnung der Waffenruhe durch die Hisbollah zeigt zudem, dass die Lage weiterhin fragil bleibt und neue Spannungen jederzeit möglich sind.
Marktbeobachter gehen deshalb davon aus, dass ein Teil der geopolitischen Risikoprämie bestehen bleibt. Solange keine nachhaltigen Fortschritte vor Ort sichtbar sind, dürfte die Unsicherheit hoch bleiben und stärkere Preisrückgänge begrenzen.
Neben den Entwicklungen im Nahen Osten richten sich die Blicke der Anleger heute auf die US-Arbeitsmarktdaten. Stärkere Beschäftigungszahlen und steigende Löhne könnten die Erwartungen an die Geldpolitik der Federal Reserve beeinflussen und den US-Dollar stärken, was tendenziell belastend für die Ölpreise wäre.
Zusätzlich steht am Wochenende die Sitzung der OPEC sowie der OPEC+ an. Trotz der aktuellen Unsicherheiten bleibt die Organisation hinsichtlich der globalen Nachfrageentwicklung optimistisch.
Für die Inlandspreise deutet der deutliche Preisrückgang vom Donnerstag vorerst auf spürbare Abschläge gegenüber dem Vortag hin.
Fundamental; bullish Chartanalyse; bearish