19.01.2026
Ölpreise steigen wegen Iran-Sorgen – Risikoprämie nach US-Sanktionen wieder reduziert
Brent: 63.86
Gasoil: 648.50
Dollar: 0.7988
Crude (WTI): 59.22
Rheinfracht: 43.00

Die Ölpreise für Brent und WTI stiegen in der vergangenen Woche weiter an und erreichten zeitweise neue Mehrmonatshochs. Haupttreiber waren zunehmende geopolitische Risiken, ausgelöst durch Spekulationen über einen möglichen US-Militärschlag gegen den Iran. Nachdem Washington jedoch zunächst neue Sanktionen ankündigte, reduzierten Marktteilnehmer einen Großteil der zuvor eingepreisten Risikoprämie wieder.

Zum Start der neuen Handelswoche rückt die Zollthematik erneut in den Fokus. Die Drohung des US-Präsidenten, Strafzölle gegen acht europäische Länder zu verhängen, falls kein Abkommen über den Kauf Grönlands zustande kommt, könnte das globale Wirtschaftswachstum und damit die Ölnachfrage belasten. Entsprechend sensibel reagieren die Märkte auf politische Signale.

Zusätzliche Aufmerksamkeit gilt dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Aussagen von Präsident Trump zu Zöllen, Geopolitik oder zur Nachfolge von Fed-Chef Jerome Powell könnten neue Impulse für die Finanz- und Rohstoffmärkte liefern. Powell wird sein Amt im Mai abgeben, weshalb geldpolitische Erwartungen ebenfalls eine Rolle spielen.

Konjunkturdaten aus China lieferten ein gemischtes Bild. Das BIP wuchs im vierten Quartal 2025 um 4,5 Prozent und damit schwächer als im Vorquartal. Während Einzelhandelsumsätze enttäuschten, entwickelte sich die Industrieproduktion besser als erwartet. Unterstützend wirkt der für 2025 prognostizierte Anstieg der chinesischen Rohölverarbeitung auf ein Rekord Niveau.

Im weiteren Wochenverlauf richtet sich der Blick auf den Monatsbericht der Internationalen Energieagentur. Da diese Institution häufig eine pessimistische Markteinschätzung vertritt, werden eher bearishe Signale erwartet. Gleichzeitig bleiben geopolitische Risiken präsent, da ein US-Militärschlag gegen den Iran weiterhin nicht ausgeschlossen wird. Aktuell stehen die Ölpreise jedoch unter leichtem Abgabedruck zum Wochenbeginn insgesamt.

 

Fundamental; neutral                                                  Chartanalyse; neutral bis bearish