22.01.2026
Ölpreise mit Rückenwind – Geopolitische Entspannung trifft auf strukturelles Überangebot
Brent: 65.18
Gasoil: 648.50
Dollar: 0.7948
Crude (WTI): 60.62
Rheinfracht: 48.50

Die Ölpreise erhalten in der zweiten Wochenhälfte neuen Rückenwind, nachdem sich der Streit um Grönland deutlich entspannt und Donald Trump überraschend von geplanten Strafzöllen gegen Europa abgerückt ist. Nach seinem Auftritt beim Weltwirtschaftsforum in Davos erklärte Trump, man habe die Grundlage für Gespräche gelegt, wodurch das Risiko eines Handelskonflikts zwischen den USA und Europa gesunken ist. Diese Entwicklung stützt die globale Konjunktur und damit auch die Ölnachfrage.
Zusätzlich wirken anhaltende Produktionsausfälle in Kasachstan preisstützend, auch wenn Marktteilnehmer davon ausgehen, dass diese zeitlich begrenzt bleiben. Der Iran bleibt zwar ein geopolitischer Unsicherheitsfaktor, hat zuletzt aber an Marktbedeutung verloren. Trump betonte, militärische Schritte vermeiden zu wollen, schloss ein Eingreifen bei einer Eskalation jedoch nicht vollständig aus. Entsprechend bleibt eine moderate Risikoprämie im Markt.
Gleichzeitig begrenzen die Fundamentaldaten das Aufwärtspotenzial. Die International Energy Agency bestätigte in ihrem aktuellen Monatsbericht ein deutliches Überangebot von rund 2,4 Mio. Barrel pro Tag für das laufende Jahr. Auch die jüngsten US-Bestandsdaten des American Petroleum Institute zeigten starke Lageraufbauten. Insgesamt ergibt sich damit ein neutrales Marktbild: geopolitische Entspannung stabilisiert die Preise, das strukturelle Überangebot verhindert jedoch nachhaltige Preisrallys.

Fundamental; neutral                            Chartanalyse; neutral bis bullish