09.01.2026
Ölpreise profitieren von Geopolitik – Angebotsrisiken bleiben mittelfristig dominant
Brent: 62.75
Gasoil: 623.25
Dollar: 0.7998
Crude (WTI): 58.44
Rheinfracht: 37.00

Die Ölpreise an ICE und NYMEX bleiben zum Wochenschluss gestützt und steuern auf ein Wochenplus zu, nachdem eine kräftige Rally am Vortag die Kurse nach oben getrieben hat. Ausschlaggebend sind vor allem zunehmende geopolitische Spannungen. Im Fokus stehen weiterhin die Entwicklungen in Venezuela, zusätzlich rückt aber auch der Iran stärker in den Blick der Marktteilnehmer.
US-Präsident Donald Trump verschärfte zuletzt den Ton gegenüber Teheran und drohte mit einem harten Vorgehen bei weiterer Eskalation der Unruhen. Gleichzeitig stellte er neue Sanktionen gegen Russland in Aussicht, die insbesondere Abnehmer russischen Öls wie China und Indien treffen könnten. Diese Risiken sorgen kurzfristig für Angebotsängste und stützen die Preise, obwohl für 2026 weiterhin ein deutliches Überangebot erwartet wird.
Strukturell bleibt der Ölmarkt damit in einem Spannungsfeld zwischen geopolitischen Risiken und steigenden Fördermengen. Vor allem Venezuela spielt dabei eine zentrale Rolle: Die USA wollen künftig die Ölverkäufe des Landes kontrollieren und fordern weitgehenden Zugang zum Energiesektor. Gleichzeitig könnten höhere Produktionsmengen aus Venezuela und anderen Förderländern die Preise im weiteren Jahresverlauf wieder unter Druck setzen.
Kurzfristig überwiegen daher bullish geprägte Impulse, während die mittelfristige Perspektive aufgrund der Angebotslage klar bearish bleibt.

Fundamental; neutral bis bullish                                               Chartanalyse; neutral bis bullish