Die Lage im Nahen Osten hat sich erneut deutlich verschärft und die Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung vorerst zunichtegemacht. Nach Berichten über Raketenangriffe der iranischen Revolutionsgarden auf einen US-Luftwaffenstützpunkt in Jordanien sowie auf Tanker im Persischen Golf rücken Risiken für die globale Energieversorgung wieder in den Fokus. Gleichzeitig meldete das US-Zentralkommando die Abwehr eines iranischen Angriffs und bestätigte Gegenschläge gegen mit Iran verbündete Gruppen im Irak.
Die anhaltenden Spannungen erhöhen die Unsicherheit über die Sicherheit der Schifffahrt im Persischen Golf. Besonders die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Transportrouten für Rohöl weltweit, wird derzeit nur eingeschränkt genutzt. Laut Analysedaten passierten zuletzt nur wenige Frachtschiffe die Meerenge. Zudem lehnte der Iran einen Vermittlungsvorschlag Omans zur gemeinsamen Überwachung der Wasserstraße ab und fordert eine weitgehende Kontrolle der Schifffahrtsroute.
Auch diplomatische Bemühungen zeigen bislang kaum Wirkung. Nach Gesprächen zwischen US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bleiben Zweifel an einer schnellen politischen Einigung bestehen. Marktbeobachter rechnen daher weiterhin mit einer angespannten Sicherheitslage und möglichen Störungen der Ölversorgung.
Für die Energiemärkte überwiegen damit aktuell die preistreibenden Faktoren. Unterstützend wirken zudem die zuletzt veröffentlichten API-Lagerbestandsdaten, die auf ein knappes Angebot hindeuten. Zwar könnten die noch ausstehenden DOE-Bestandsdaten kurzfristig für Gegenbewegungen sorgen, insgesamt bleibt der Ausblick jedoch positiv für die Ölpreise. Entsprechend notieren ICE Gasoil und NYMEX deutlich fester, was sich auch in steigenden Inlandspreisen für Heizöl und Kraftstoffe widerspiegelt.
Fundamental: bullish Chartanalyse: neutral bis bullish