16.03.2026
Ölpreise steigen weiter: Brent über 100 Dollar, WTI über 95 Dollar – Nahost-Konflikt treibt Markt an
Brent: 104,64
Gasoil: 1163,25
Dollar: 0,7910
Crude (WTI): 99,09
Rheinfracht: 25,00

Der Ölmarkt verzeichnete in der vergangenen Woche deutliche Preissteigerungen. Der europäische Rohölkontrakt Brent überschritt erstmals seit August 2022 wieder die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel. Auch die US-Referenzsorte WTI erreichte mit einem Settlement über 95 US-Dollar eine wichtige psychologische Schwelle. Zu Beginn der neuen Handelswoche setzen sich die Preissteigerungen fort, hauptsächlich aufgrund der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten.

Zentraler Preistreiber sind die Sorgen über mögliche Angebotsausfälle infolge eines Konflikts mit dem Iran. US-Präsident Donald Trump forderte NATO-Partner sowie weitere Staaten, darunter China, dazu auf, sich an der Sicherung des Schiffsverkehrs in der strategisch wichtigen Straße von Hormus zu beteiligen. Gleichzeitig verschärften US-Luftangriffe auf iranische Militäranlagen auf der Insel Kharg die Lage. Sollte die dortige Ölinfrastruktur beschädigt werden, könnten laut Marktbeobachtern bis zu zwei Millionen Barrel Öl pro Tag dauerhaft vom Weltmarkt verschwinden.

Parallel dazu kündigte die Internationale Energieagentur (IEA) die Freigabe strategischer Ölreserven an. In der Region Asien-Ozeanien soll diese sofort beginnen, während Europa und Amerika erst Ende März zusätzliche Mengen auf den Markt bringen werden. Die Marktreaktion blieb bislang begrenzt, da viele Händler diese Maßnahme bereits erwartet hatten.

Kurzfristige Gewinnmitnahmen folgten zudem auf die Nachricht, dass der Hafen Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten nach einem Drohnenangriff seinen Betrieb wieder aufgenommen hat. Von dort werden normalerweise etwa eine Million Barrel Murban-Rohöl täglich exportiert.

In den kommenden Tagen richten Marktteilnehmer ihren Blick neben dem Nahostkonflikt auch auf die Zinssitzungen der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank. Obwohl keine unmittelbaren Zinsschritte erwartet werden, könnten Hinweise auf die zukünftige Geldpolitik die Ölpreise beeinflussen.

 

Fundamental; neutral bis bullish                                        Chartanalyse; neutral bis bullish