11.09.2026
Nahost-Konflikt treibt Ölpreise über die 100-Dollar-Marke.
Brent: 105.81
Gasoil: 1497.50
Dollar: 0.8130
Crude (WTI): 100.97
Rheinfracht: 215.00

Die Lage im Nahen Osten bestimmt weiterhin maßgeblich die Entwicklung der internationalen Ölpreise. Beide wichtigen Rohölsorten steuern auf einen Wochenabschluss von über 100 US-Dollar zu, was die höchste Notierung seit Mitte Mai darstellt. Hauptursache ist die zunehmende Eskalation zwischen den vom Iran unterstützten Huthi-Milizen im Jemen sowie Saudi-Arabien und seinen Verbündeten.

Besonders kritisch ist die Einnahme des jemenitischen Hafens Mokka durch die Huthi. Dadurch steigt das Risiko für den Schiffsverkehr im Roten Meer, insbesondere im Bereich der strategisch wichtigen Meerenge Bab el-Mandeb. Gleichzeitig bleibt die Straße von Hormus wegen Angriffen auf Tanker und der anhaltenden Blockade stark eingeschränkt. Eine weitere Eskalation zwischen den USA und Iran sowie Angriffe auf Energieanlagen in Saudi-Arabien erhöhen die Gefahr eines langfristigen regionalen Krieges.

Die Märkte reagieren darauf mit einer deutlich höheren Risikoprämie. Analysten halten deshalb einen weiteren Anstieg der Ölpreise für wahrscheinlich. WTI könnte erneut das Anfang März erreichte Hoch von 119,48 US-Dollar testen. Eine erneute umfassende Auseinandersetzung zwischen Saudi-Arabien und den Huthi könnte diese Entwicklung zusätzlich verstärken.

Auch die saudische Ölproduktion ist zuletzt auf den niedrigsten Stand seit 1990 gefallen. Dadurch verschärfen sich die Sorgen über das weltweite Ölangebot. Trotz eines eher moderaten OPEC-Berichts bleiben die Marktteilnehmer aufgrund der geopolitischen Unsicherheit nervös. Insgesamt ist die fundamentale Markteinschätzung weiterhin bullish. Die Kombination aus möglichen Lieferengpässen, eingeschränkten Transportwegen und hoher Unsicherheit treibt die Ölpreise und damit auch die Inlandspreise weiter nach oben.

 

Fundamental: bullish                     Chartanalyse: neutral bis bullish