Die Ölpreise verharren am Freitagmorgen zwar nahezu unverändert, steuern nach den starken Kursgewinnen der letzten Tage aber weiterhin auf ein Wochenplus von über 13 % zu. Haupttreiber bleiben die zunehmenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Huthi-Angriffe auf Tanker im Roten Meer sowie neue militärische Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber dem Iran schüren die Angst vor erheblichen Unterbrüchen der weltweiten Ölversorgung. Gleichzeitig setzt das US-Militär seine Angriffe auf iranische Ziele fort, um weitere Bedrohungen für die Schifffahrt in der Strasse von Hormus einzudämmen.
Analysten warnen, dass sich der Ölmarkt mit den grössten potenziellen Lieferausfällen seit Beginn des Konflikts konfrontiert sieht. Neben den eingeschränkten Transporten durch die Strasse von Hormus geraten auch saudische Exporte über das Rote Meer zunehmend unter Druck. Marktbeobachter halten deshalb einen Anstieg des Brent-Preises auf 110 bis 120 US-Dollar pro Barrel für möglich, falls sich die Lage weiter verschärft.
Zusätzlichen Aufwärtsdruck erzeugen Produktions- und Exportprobleme in Kasachstan. Nach mutmasslichen ukrainischen Angriffen auf das Exportterminal des Caspian Pipeline Konsortium wurde die Förderung mehrerer Ölfelder deutlich reduziert. Da über diese Pipeline rund 2 % des weltweiten Rohölangebots transportiert werden, verstärkt der Ausfall die ohnehin angespannte Versorgungslage. Trotz einer kurzfristigen Verschnaufpause bleibt der fundamentale Ausblick für den Ölmarkt klar positiv.
Fundamental: bullish Chartanalyse: neutral bis bullish