Die Rohölkontrakte an ICE und NYMEX werden wieder mit geopolitischen Risikoaufschlägen gehandelt, nachdem diese Ende Juni kurzzeitig verschwunden waren. Auslöser sind neue Spannungen zwischen den USA und Iran, die erneut Sorgen um die Versorgung mit Rohöl wecken.
Im Mittelpunkt steht die Strasse von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölhandel. Der Schiffsverkehr ist durch gegenseitige Angriffe erheblich beeinträchtigt. Die USA haben eine weitere Welle von Militärschlägen gegen iranische Ziele angekündigt und zugleich eine erneute Seeblockade gegen Iran gestartet. Iran greift seinerseits Schiffe in der Meerenge an. Zuletzt wurden zwei emiratische Supertanker beschossen, die jeweils bis zu zwei Millionen Barrel Rohöl transportieren können.
Marktbeobachter sehen den Tankerverkehr als entscheidenden Faktor für die weitere Preisentwicklung. Bleiben Transporte dauerhaft gestört, dürften die Ölpreise weiter steigen. Laufen die Exporte trotz der Eskalation weitgehend normal weiter, könnten die Risikoaufschläge wieder sinken.
Zusätzlich sorgen Pläne der USA für Aufmerksamkeit, eine Servicegebühr von 20 Prozent für den Schutz von Handelsschiffen zu verlangen. Daneben richten sich die Blicke auf den US-Ölmarktbericht sowie die Inflationsdaten. Fällt die Inflation höher aus als erwartet, könnte dies den Dollar stärken und die Ölpreise belasten. Aktuell notieren die Ölkontrakte jedoch weiter über den Vortageshochs.
Fundamental: neutral bis bullish Chartanalyse; bullish