Die Ölpreise sind zu Wochenbeginn deutlich gefallen, nachdem die USA und der Iran eine erste Einigung zur Beendigung des Konflikts sowie zur Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus bekannt gegeben haben. Die Rohölsorten Brent und WTI erreichten daraufhin ihren niedrigsten Stand seit März.
Laut pakistanischer Vermittlung soll am Freitag in der Schweiz eine Absichtserklärung unterzeichnet werden. Konkrete Inhalte des Abkommens wurden bislang jedoch nicht veröffentlicht. Trotz der positiven politischen Signale bleiben Marktteilnehmer vorsichtig. Händler und Analysten verweisen auf fehlende Details, mögliche Sicherheitsrisiken in der Straße von Hormus sowie die Zeit, die für eine Normalisierung der Ölproduktion und Logistik benötigt wird.
Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch noch vorhandene Minen in der Meerenge, deren Räumung laut US-Präsident Donald Trump weiterhin erforderlich ist. Auch hohe Versicherungsprämien und offene Fragen zur zukünftigen Regulierung des Schiffsverkehrs könnten die Wiederaufnahme der Transporte verzögern. Zudem hatten Ölproduzenten bereits zuvor darauf hingewiesen, dass technische Schäden und infrastrukturelle Probleme eine vollständige Wiederherstellung der Förderkapazitäten über Monate erschweren könnten.
Trotz dieser Risiken dominiert am Markt die Erleichterung über die diplomatischen Fortschritte. Die zuvor eingepreiste geopolitische Risikoprämie wird nun spürbar reduziert. Marktteilnehmer rechnen zunehmend mit einer schrittweisen Rückkehr der Öllieferungen. Experten gehen davon aus, dass bereits eine Wiederaufnahme von 60 bis 70 Prozent des Vorkriegsniveaus ausreichen könnte, um den Ölmarkt wieder in eine erwartete Überversorgung zu führen.
Insgesamt überwiegt daher derzeit eine bearishe Markteinschätzung mit weiterem Druck auf die Öl- und Inlandspreise.
Fundamental; bearish Chartanalyse; bearish