Nach einer der volatilsten Handelswochen der letzten Jahre steuern die Ölpreise am Freitag erneut auf ein Wochenplus zu. Trotz Versuchen der USA, durch gelockerte Sanktionen für russisches Öl das Angebot zu erhöhen, bleibt die
Nordseesorte Brent weiterhin im Bereich von 100 US-Dollar pro Barrel. Hauptgrund ist die anhaltende Blockade der Straße von Hormus, die der Iran faktisch geschlossen halten will.
Die International Energy Agency warnt, dass es sich um die größte Unterbrechung der globalen Ölversorgung in der Geschichte des modernen Ölmarktes handeln könnte. Um die Preisspitzen zu dämpfen, beschlossen die Mitgliedsstaaten eine historische Freigabe strategischer Reserven von insgesamt 400 Mio. Barrel. Den größten Anteil liefern die USA mit 172 Mio. Barrel.
Analysten sehen diese Maßnahme jedoch eher als kurzfristige Entlastung. Laut Marktbeobachtern bleibt die strukturelle Angebotsknappheit bestehen, da der Ausfall wichtiger Transportrouten und Fördermengen im Nahen Osten weiterhin den Markt belastet. Auch die Terminstruktur der Ölpreise deutet auf eine anhaltend enge Versorgung hin.
Die Schwankungen an den Börsen sind entsprechend extrem: WTI bewegte sich diese Woche in einer Spanne von rund 43 Dollar, während Brent etwa 38 Dollar schwankte. Solange der Konflikt im Persischen Golf ungelöst bleibt und die Öltransporte durch die Straße von Hormus unsicher sind, dürfte die Volatilität hoch bleiben.
Insgesamt bleibt die fundamentale Markteinschätzung überwiegend bullish, auch wenn Maßnahmen wie Reservenfreigaben oder Sanktionslockerungen kurzfristig für Entlastung sorgen können.
Fundamental; neutral bis bullish Chartanalyse; neutral bis bullish