09.03.2026
Ölpreise explodieren: Brent steigt von 90 auf fast 120 Dollar pro Barrel
Brent: 108.42
Gasoil: 1324.50
Dollar: 0.7709
Crude (WTI): 105.28
Rheinfracht: 24.00

Der Ölmarkt reagierte zu Beginn der Woche äußerst stark auf die Eskalation im Nahostkonflikt. Der Nordsee-Rohölkontrakt Brent stieg von über 90 US-Dollar pro Barrel am Freitag auf zeitweise fast 120 Dollar am frühen Montagmorgen. Auch die US-Ölsorte WTI, die üblicherweise mit einem Preisabschlag gegenüber Brent gehandelt wird, näherte sich diesem Niveau deutlich an.

Analyst Tony Sycamore erklärte, dass der kräftige Preisanstieg vor allem auf die zunehmende Unsicherheit an den Märkten zurückzuführen sei. Der Konflikt im Nahen Osten habe sich zu einer Pattsituation entwickelt, in der keine Seite bereit sei nachzugeben. Dadurch befürchten Marktteilnehmer langfristige wirtschaftliche Schäden und eine mögliche Ausweitung der Krise.

Zwar entschuldigte sich Irans Präsident Masud Peseschkian bei den Golfstaaten und signalisierte, dass Iran seine Angriffe einstellen würde, wenn auch andere Länder der Region ihre Angriffe beenden. Gleichzeitig betonte er jedoch gegenüber den USA, dass Iran sich nicht bedingungslos ergeben werde. US-Präsident Donald Trump reagierte darauf mit der Ankündigung, die Militärschläge der USA würden so lange fortgesetzt, bis Iran kapituliert oder zusammenbricht.

Neben den politischen Spannungen verstärken auch konkrete Störungen im Ölangebot die Nervosität. Aufgrund der blockierten Straße von Hormus mussten Irak, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Fördermengen reduzieren, da Öllieferungen kaum transportiert werden können und Lagerkapazitäten fehlen. Zudem meldete Saudi-Arabien einen abgewehrten Drohnenangriff auf das Shaiba-Ölfeld.

Experten betonen jedoch, dass für den Markt weniger Produktionsausfälle als vielmehr mögliche Unterbrechungen der Öllieferungen über die Straße von Hormus entscheidend sind. Eine Freigabe strategischer Ölreserven durch die Internationale Energieagentur steht derzeit noch nicht zur Debatte. Trotz leichter Preisrückgänge bleiben die Ölpreise hoch, wodurch auch steigende Inlandspreise wahrscheinlich sind.

 

Fundamental; bullish                   Chartanalyse; neutral bis bullish