Die Rohölpreise gaben am Dienstag moderat nach, halten sich jedoch weiterhin deutlich über den Tiefständen der Vorwoche. Im Fokus steht die nächste Runde der indirekten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran, die am Donnerstag in Genf stattfinden soll. Die Marktteilnehmer zeigen sich allerdings skeptisch, ob eine Einigung erzielt werden kann. Stattdessen sorgen das verstärkte US-Militäraufgebot im Nahen Osten sowie Militärübungen der iranischen Revolutionsgarden für anhaltende Unsicherheit.
Berichte der The Washington Post über zusätzliche Truppenentsendungen hatten die Notierungen zeitweise gestützt. Auch hybride Militärübungen Irans im Süden des Landes und im Persischen Golf wirkten preisstützend. In seiner Rede zur Lage der Nation äusserte sich US-Präsident Donald Trump jedoch nicht konkret zu weiteren Schritten, betonte aber, dass Iran keine Atombombe entwickeln dürfe.
Parallel bleiben Fortschritte in den Ukraine-Gesprächen aus. Während das Vereinigte Königreich neue Sanktionen gegen Russland verhängte, konnte sich die EU nicht auf weitere Massnahmen einigen. Das russische Ölangebot bleibt somit eingeschränkt.
Kurzfristig richten sich die Blicke auf die DOE-Bestandsdaten. Nachdem das API einen deutlichen Aufbau der Rohölvorräte gemeldet hatte, könnten bestätigte Lagerzuwächse zusätzlichen Preisdruck ausüben. Der stärkere Euro sorgt zudem für leichtes Abwärtspotenzial bei den Inlandspreisen.
Fundamental; neutral bis bearish Chartanalyse; neutral bis bearish