09.02.2026
Entspannung im Iran-Konflikt drückt Ölpreise – Markt blickt auf Indien und neue Prognosen
Brent: 67.28
Gasoil: 685.75
Dollar: 0.7730
Crude (WTI): 62.48
Rheinfracht: 41.00

Zum Start in die Woche steht der Ölmarkt unter leichtem Abwärtsdruck, ausgelöst durch Signale der Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Nach indirekten Gesprächen beider Länder im Oman, die von Teheran als „Schritt nach vorn“ bezeichnet wurden, haben sich die Sorgen vor möglichen Versorgungsunterbrechungen aus dem Nahen Osten spürbar verringert. Auch Washington stellte eine Fortsetzung des Dialogs in Aussicht, was die zuletzt aufgebaute geopolitische Risikoprämie am Ölmarkt sukzessive abbauen dürfte.
Trotz weiterhin bestehender politischer Differenzen bleibt die Marktreaktion zunächst moderat bearish: Eine starke Preiskorrektur bleibt aus, da der Konflikt nicht endgültig gelöst ist. Zusätzlich sorgt Unsicherheit über die zukünftigen Ölströme nach Indien für Aufmerksamkeit. Hintergrund ist ein neues Handelsabkommen zwischen den USA und Indien, das laut US-Seite einen Verzicht Indiens auf russisches Öl vorsieht. Eine offizielle Bestätigung aus Neu-Delhi steht jedoch aus. Sollte Indien tatsächlich weniger russisches Öl importieren, könnten höhere Preisabschläge nötig werden, um alternative Abnehmer zu finden, was das globale Marktgleichgewicht beeinflussen würde.
In dieser Woche richten sich die Blicke zudem auf die Monatsberichte von EIA, OPEC und IEA sowie auf die International Energy Week in London. Zusammengenommen überwiegt kurzfristig ein leicht preisdämpfender fundamentaler Ausblick. Sinkende Rohölpreise, ein stärkerer Euro und fallende Risikoprämien führen auch zu spürbaren Abschlägen bei den Inlandspreisen.

Fundamental; neutral bis bearish           Chartanalyse; neutral bis bearish