Die Ölpreise bleiben zu Beginn der neuen Woche stabil bis leicht unterstützt, nachdem sie infolge ausgeprägter Kältewellen in Europa und den USA zuletzt deutlich zugelegt hatten. Zwar konnte der Preisanstieg vom Freitag zunächst nicht weiter ausgebaut werden, dennoch stehen witterungsbedingte Angebotsrisiken weiterhin im Fokus der Marktteilnehmer. Vor allem Produktionsausfälle in den USA wirken kurzfristig preisstützend und relativieren vorübergehend das vorherrschende Narrativ eines erwarteten globalen Überangebots im Jahr 2026.
Der Wintersturm „Fern“ führte entlang der US-Küste zu erheblichen Einschränkungen in der Öl- und Gasförderung sowie zu Belastungen der Strominfrastruktur. Nach Schätzungen von JPMorgan sind rund 250.000 Barrel pro Tag wetterbedingt außer Betrieb, insbesondere in wichtigen Förderregionen wie dem Bakken-Feld sowie Teilen von Texas. Diese Angebotsunterbrechungen beeinträchtigen die physischen Lieferflüsse und sorgen für eine moderate Aufwärtsbewegung an den Ölbörsen.
Parallel dazu bleiben geopolitische Risiken ein zentraler Unsicherheitsfaktor. Die angespannten Beziehungen zwischen den USA und dem Iran haben sich zuletzt erneut verschärft. Die Ankündigung einer möglichen US-Militärpräsenz im Persischen Golf hat die Sorgen vor potenziellen Lieferunterbrechungen verstärkt und einen zusätzlichen Risikozuschlag in die Ölpreise eingepreist. Auch wenn eine militärische Eskalation weiterhin als wenig wahrscheinlich gilt, erhöht jede rhetorische Zuspitzung die Volatilität am Markt.
Kurzfristig sind damit kaum bearish wirkende Impulse erkennbar. Wetterbedingte Verknappungen und geopolitische Unsicherheiten überlagern aktuell die langfristig eher dämpfenden Angebotsprognosen. Aus fundamentaler Sicht überwiegen daher vorerst bullishe Tendenzen, was sich auch in steigenden Inlandspreisen widerspiegelt.
Fundamental; bullish Chartanalyse; neutral bis bullish