Zum Wochenschluss zeigen sich die Ölpreise an den internationalen Börsen richtungslos. Nach der deutlichen Abwärtskorrektur vom Vortag sorgten ein schwächerer US-Dollar sowie neue geopolitische Spannungen für eine leichte Stabilisierung. Zuvor hatten sich Brent und WTI um rund zwei Prozent verbilligt, nachdem sich der Fokus der Anleger erneut auf die bearishen Angebotsaussichten und steigende Lagerbestände gerichtet hatte.
Belastend wirkten insbesondere die jüngsten Bestandsdaten des American Petroleum Institute und des Department of Energy, die deutliche Vorratsaufbauten bei Rohöl und Ölprodukten auswiesen. Bereits zu Wochenbeginn hatte auch die International Energy Agency ihre Einschätzung eines anhaltenden Überangebots bekräftigt. Diese Faktoren unterstreichen die strukturell bearishen Fundamentaldaten des Marktes.
Gleichzeitig stiegen jedoch die geopolitischen Risiken wieder an. Donald Trump verschärfte erneut den Ton gegenüber dem Iran und drohte mit militärischem Eingreifen bei einer Eskalation der Lage. Iran zählt zu den größten Produzenten innerhalb der OPEC und ist ein wichtiger Lieferant für China, weshalb entsprechende Aussagen die Risikoprämie stützen.
Trotz der jüngsten Verluste steuern Brent und WTI auf ein leichtes Wochenplus zu. Insgesamt bleibt die fundamentale Einschätzung neutral, da sich geopolitische Risiken, schwache Währungseffekte und ein deutliches Überangebot gegenseitig ausgleichen. Inlandspreise dürften hingegen von der gestrigen Korrektur noch spürbar belastet sein.
Fundamental; neutral Chartanalyse; neutral