Die Ölpreise gaben zur Wochenmitte leicht nach, da sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf mehrere potenziell bearish wirkende Faktoren richtet. Im Fokus steht vor allem der heute erwartete Monatsbericht der International Energy Agency, der traditionell eine eher pessimistische Einschätzung der Angebotslage liefert. Bereits im Vormonat hatte die IEA für den globalen Ölmarkt eine deutliche Überversorgung prognostiziert, und Marktteilnehmer erwarten kaum eine spürbare Revision dieser Einschätzung.
Zusätzlich belasten die anstehenden US-Ölbestandsdaten die Stimmung. Aufgrund des Feiertags in den USA erscheinen die Zahlen mit Verzögerung, wobei sowohl das API als auch das DOE laut Umfragen einen deutlichen Lageraufbau signalisieren. Dies würde die Angebotsängste weiter verstärken. Temporäre Produktionsausfälle in Kasachstan treten dagegen in den Hintergrund, da sie zeitlich begrenzt sind.
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist der politische Streit um Grönland. Die Ankündigung neuer US-Strafzölle und mögliche Aussagen von Donald Trump auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos schüren Sorgen vor neuen Handelskonflikten. Diese könnten das globale Wachstum und damit die Ölnachfrage belasten.
Insgesamt überwiegen aus fundamentaler Sicht die bearishen Argumente. Zwar sorgt die geopolitische Unsicherheit für erhöhte Volatilität, doch das strukturelle Überangebot und mögliche Nachfrageeinbußen sprechen weiterhin für Abwärtsrisiken am Ölmarkt.
Fundamental; neutral bis bearish Chartanalyse; neutral bis bullish