Nach sechs Tagen deutlicher Gewinne haben die Ölpreise ihre Rally beendet und geben spürbar nach. Auslöser waren jüngste Aussagen von Donald Trump, die die Sorge vor einem unmittelbar bevorstehenden US-Militärschlag gegen den Iran abschwächten. Brent und WTI hatten zuvor noch um mehr als ein Prozent zugelegt, verloren ihre Gewinne jedoch rasch wieder, nachdem Trump erklärte, Teheran habe zugesichert, die Tötung von Demonstrierenden einzustellen. Damit sank das Risiko von Förderausfällen in Iran sowie einer Blockade der Straße von Hormus.
Trotzdem bleibt die Lage angespannt. Zeitweise Luftraumsperren über Teheran und die Verlegung von US-Personal in der Region unterstreichen die weiterhin fragile geopolitische Situation. Kurzfristig stützend wirkende Risikoprämien dürften jedoch kleiner geworden sein.
Zusätzlichen Abwärtsdruck lieferten die jüngsten DOE-Bestandsdaten mit deutlich höheren Lageraufbauten als erwartet. Auch die Entspannung zwischen den USA und Venezuela belastet die Preise, da Produktion und Exporte des OPEC-Mitglieds wieder anlaufen. Parallel hält die OPEC an ihrer vergleichsweise optimistischen Einschätzung fest und sieht für 2026 ein nahezu ausgeglichenes Marktverhältnis, was weitere Produktionssteigerungen rechtfertigt.
Insgesamt fällt die fundamentale Bewertung aktuell neutral aus: Die geopolitische Risikoprämie ist gesunken, bearishen Faktoren fehlt jedoch noch die klare Dominanz. Inlandspreise zeigen erste leichte Abschläge.
Fundamental; neutral Chartanalyse; bearish