12.01.2026
Iran rückt in den Fokus: Geopolitische Spannungen treiben Ölpreise stark nach oben
Brent: 63.51
Gasoil: 627.75
Dollar: 0.7983
Crude (WTI): 59.26
Rheinfracht: 37.00

Der Ölmarkt wurde zuletzt maßgeblich von geopolitischen Risiken geprägt, wobei sich der Fokus der Marktteilnehmer zunehmend vom Thema Venezuela auf den Iran verlagert hat. Das gewaltsame Vorgehen der iranischen Regierung gegen anhaltende Proteste nährt die Sorge vor einem möglichen militärischen Eingreifen der USA. Vor diesem Hintergrund verzeichneten die Preise für Brent- und WTI-Rohöl in der vergangenen Woche den stärksten Anstieg seit Mitte Oktober.

Ein möglicher Militärschlag gegen den Iran könnte Ölexporte von nahezu 2 Millionen Barrel pro Tag gefährden. Zudem wird laut Analysten das Risiko unterschätzt, dass es zu Störungen der Öllieferungen durch die Straße von Hormus kommen könnte, über die täglich rund 20 Millionen Barrel Öl transportiert werden. Zwar hat der Iran diese Route bislang nie blockiert, entsprechende Drohungen erhöhen jedoch die Risikoprämie am Markt. Zusätzlich könnten Streiks in der iranischen Ölindustrie die Produktion auch ohne militärische Eskalation beeinträchtigen.

Parallel dazu plant das Handelshaus Trafigura die Wiederaufnahme venezolanischer Rohölexporte in die USA. Die möglichen zusätzlichen Liefermengen von bis zu 50 Millionen Barrel könnten das Aufwärtspotenzial der Ölpreise begrenzen. Politische Spannungen entstehen jedoch durch unterschiedliche Positionen zur Investitionsbereitschaft US-amerikanischer Ölkonzerne in Venezuela.

Weitere Unsicherheiten ergeben sich aus erneuten ukrainischen Drohnenangriffen auf russische Ölanlagen sowie aus der Möglichkeit zusätzlicher US-Sanktionen gegen Russland. Insgesamt zeigen sich die Ölfutures derzeit richtungslos, da sich geopolitische Risiken und potenziell preisdämpfende Angebotsfaktoren gegenseitig ausgleichen.

 

Fundamental; neutral bis bullish                                               Chartanalyse; neutral bis bullish