Die Rohölpreise an der ICE und der NYMEX standen am Mittwoch erneut unter Druck, da die Erwartungen eines globalen Überangebots für das laufende Jahr weiter anhalten. Trotz eines stärker als erwarteten Rückgangs der US-Rohölbestände, gemeldet vom API, konnten sich die Preise nicht stabilisieren. Ausschlaggebend waren vor allem deutliche Lageraufbauten bei Destillaten und anderen Ölprodukten in den USA.
Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit bleibt Venezuela. Experten gehen davon aus, dass die Umleitung venezolanischer Ölströme mittelfristig erhebliche Auswirkungen auf den globalen Markt haben wird. Besonders betroffen dürfte China sein, das zuletzt zu den wichtigsten Abnehmern venezolanischen Rohöls zählte. Die politische Einflussnahme der USA verschärft dabei die Unsicherheit zusätzlich.
Langfristig ist offen, ob und wie schnell sich Venezuelas Ölindustrie erholen kann. Zwar wird spekuliert, dass eine verbesserte Infrastruktur zu niedrigeren Ölpreisen führen könnte, doch fehlen dafür bislang die Voraussetzungen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie die OPEC+ auf einen möglichen Produktionsanstieg reagieren würde, nachdem sie jüngst die Rücknahme freiwilliger Förderkürzungen verschoben hat.
Zusätzliche Unsicherheit kommt vom US-Arbeitsmarkt: Schwache Konjunkturdaten nähren Nachfragesorgen, wecken aber auch Hoffnungen auf weitere Zinssenkungen durch die Federal Reserve. Insgesamt bleibt der Ölmarkt richtungslos und von Unsicherheit geprägt.
Fundamental; bearish Chartanalyse; neutral bis bearish