Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Ukraine-Krieg wirkt preisdämpfend. Die laufenden Gespräche zwischen den USA und Russland könnten bei Fortschritten zu einer Entspannung der globalen Dieselversorgung führen. Die zuletzt angespannte Versorgungslage hatte die Rohölpreise deutlich gestützt. Ein konkretes Friedensabkommen könnte deshalb den Preisdruck nach unten erhöhen.
Gleichzeitig verhindern die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten eine nachhaltige Entlastung. Insbesondere die Konflikte zwischen den USA und dem Iran sowie die gemeldeten Angriffe auf Tanker in der Strasse von Hormus schüren die Sorge vor weiteren Eskalationen. Da diese wichtige Handelsroute für den weltweiten Öltransport von zentraler Bedeutung ist, können neue Zwischenfälle die Versorgung gefährden und die Preise zusätzlich stützen.
Der Markt befindet sich damit in einem Spannungsfeld: Einerseits begrenzen diplomatische Fortschritte das Aufwärtspotenzial, andererseits sorgen geopolitische Risiken für eine stabile Preisuntergrenze. Ohne konkrete Fortschritte bei den Friedensverhandlungen dürfte eine nachhaltige Abwärtsbewegung schwierig bleiben.
Fundamental überwiegen derzeit die preistreibenden Faktoren, weshalb die Einschätzung für den Ölmarkt leicht bullish bleibt. Nach der jüngsten Abwärtskorrektur im späten Handel sind bei den Inlandspreisen kurzfristig jedoch Abschläge gegenüber dem Niveau vom Vortagvormittag möglich. Insgesamt ist weiterhin mit einem volatilen Marktumfeld zu rechnen.
Fundamental: neutral bis bullish Chartanalyse: neutral bis bullish