Mögliche Energie-Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine sowie angekündigte Lockerungen russischer Diesel-Exporte. Dennoch bleiben die Marktteilnehmer skeptisch, da konkrete Belege für eine dauerhafte Einigung fehlen.
Russland plant nach Aufhebung eines teilweisen Exportverbots die Lieferung von 500.000 Tonnen Diesel. Verglichen mit den 28,6 Millionen Tonnen Exportvolumen des Vorjahres ist diese Menge jedoch gering. Die Internationale Energieagentur (IEA) fordert deshalb, zugesagte Diesel-Lieferungen zu beschleunigen und zusätzliche Versorgungsmöglichkeiten zu prüfen.
Gleichzeitig bleibt die Sicherheitslage im Nahen Osten angespannt. Angriffe der Huthi und neue Zwischenfälle mit Tankschiffen in der Straße von Hormus erhöhen das Risiko von Lieferunterbrechungen. Diese geopolitischen Unsicherheiten stützen den Brent-Preis weiterhin oberhalb von 100 US-Dollar je Barrel.
Goldman Sachs erhöhte seine Brent-Prognose für Dezember von 85 auf 90 US-Dollar je Barrel. Die Analysten sehen langfristig zwar Potenzial für sinkende Preise, warnen jedoch vor einer erneuten Eskalation. Die geopolitische Risikoprämie beträgt schätzungsweise 20 US-Dollar je Barrel. Für WTI werden durchschnittlich 81 US-Dollar im Dezember 2026 und 73 US-Dollar im Jahr 2027 erwartet.
Fazit: Kurzfristig überwiegt eine leicht bearishe Markteinschätzung. Nachhaltig sinkende Ölpreise setzen jedoch konkrete Fortschritte im Russland-Ukraine-Konflikt und stabile Lieferketten voraus. Eine Eskalation im Nahen Osten könnte dagegen jederzeit neue Preissteigerungen auslösen.
Fundamental: neutral Chartanalyse: neutral bis bearish