21.09.2026
Ölpreise unter Druck: WTI fällt zu Wochenbeginn deutlich unter 100-Dollar-Marke.
Brent: 102.13
Gasoil: 1484.50
Dollar: 0.8233
Crude (WTI): 98.30
Rheinfracht: 220.00

Die internationalen Rohölmärkte standen zuletzt unter Abgabedruck. Während Brent auf Wochensicht leicht nachgab, konnte WTI noch ein geringfügiges Plus verbuchen und sich zunächst über der psychologisch wichtigen Marke von 100 US-Dollar je Barrel halten. Zu Beginn der neuen Handelswoche fiel der auslaufende Oktober-Kontrakt jedoch deutlich darunter. Beide Referenzsorten verloren damit an mehreren aufeinanderfolgenden Handelstagen an Wert, nachdem zuvor Mehrmonatshochs erreicht worden waren.

Belastet wurden die Ölpreise insbesondere durch die Aussicht auf eine teilweise Wiederinbetriebnahme der saudischen Ost-West-Pipeline. Dadurch könnte eine wichtige alternative Transportroute zur Straße von Hormus wieder stärker genutzt werden. Zusätzlich zeigten die US-Lagerdaten eine Erholung der Produktvorräte, was ebenfalls auf ein besseres Angebot hindeutet.

Auch die Geldpolitik der US-Notenbank belastete die Marktstimmung. Die jüngste Zinserhöhung sowie Signale für eine mögliche weitere Anhebung vor Jahresende verstärkten die Erwartungen einer restriktiveren Geldpolitik. Höhere Zinsen können die Konjunktur und damit die globale Ölnachfrage bremsen.

Zu Wochenbeginn sorgten zudem Aussagen über ein mögliches Treffen zwischen US-Präsident Trump und dem iranischen Präsidenten Peseschkian für Hoffnung auf eine diplomatische Deeskalation. Dadurch könnte ein Teil des geopolitischen Risikoaufschlags aus den Ölpreisen verschwinden.

Gleichzeitig bleiben Risiken im Nahen Osten bestehen. Angriffe der Huthi auf saudische Ziele könnten die Energieinfrastruktur beeinträchtigen. Dennoch bewertet JP Morgan die Ölexporte aus der Golfregion weiterhin als robust. Insgesamt überwiegen kurzfristig die preisdrückenden Faktoren, weshalb auch bei den Inlandspreisen weiteres Abschlagspotenzial besteht.

 

 

Fundamental: neutral                    Chartanalyse: bearish