Die internationalen Ölpreise stehen angesichts der erneuten Eskalation zwischen den USA und Iran vor dem stärksten Wochenanstieg seit Juli. Der Preis für Brent liegt bei rund 96 US-Dollar je Barrel und damit über 7 % höher als zu Wochenbeginn. WTI notiert bei etwa 92 US-Dollar. Hauptgrund für den Anstieg ist die wachsende Sorge, dass die militärischen Auseinandersetzungen die wichtigen Ölexporte durch die Straße von Hormus beeinträchtigen könnten.
Der Iran setzt seine Angriffe auf Schiffe in der strategisch bedeutenden Meerenge fort und hat zudem Raketen auf mehrere Staaten der Region abgefeuert. Gleichzeitig führten die USA in dieser Woche ihre bislang schwersten Angriffe seit Juli durch. Trotz der politischen Bezeichnung als kein „Krieg“ bleibt die militärische Konfrontation damit bestehen. Eine mögliche erneute Beteiligung Israels erhöht zusätzlich das Risiko einer weiteren Eskalation.
Für die Ölmärkte bedeutet dies einen steigenden geopolitischen Risikoaufschlag. Marktteilnehmer bewerten die Verwundbarkeit der globalen Energieversorgung neu. Entscheidend ist insbesondere, ob die Öltransporte durch die Straße von Hormus weiterhin stabil bleiben.
Saudi-Arabien signalisiert hingegen eine vergleichsweise entspannte Markteinschätzung. Der staatliche Ölkonzern Aramco erhöhte die Verkaufspreise für Oktober hauptsächlich für US-Kunden, während die Preise für Europa und Asien weitgehend unverändert blieben.
Insgesamt bleibt die fundamentale Lage leicht bullish. Die anhaltenden geopolitischen Risiken stützen die Ölpreise, gleichzeitig könnte eine kurzfristige Korrektur nach der starken Rally der vergangenen Tage erneut zu sinkenden Inlandspreisen führen.
Fundamental: neutral bis bullish Chartanalyse: neutral bis bearish