Die internationalen Ölpreise zeigen sich weiterhin volatil. Nach den gestrigen Gewinnen geben die Notierungen an ICE und NYMEX heute zunächst wieder nach. Ausschlaggebend sind widersprüchliche Marktsignale, geopolitische Spannungen und Unsicherheiten über die künftige Versorgungslage.
Für eine kurzfristige Entlastung könnten zusätzliche russische Diesellieferungen sorgen. US-Präsident Donald Trump erklärte, Russland habe einer Wiederaufnahme der Lieferungen an die globalen Märkte zugestimmt. Auch die USA lockerten Sanktionen, um russische Ware beziehen zu können. Allerdings bleibt fraglich, ob diese Maßnahme langfristig wirkt. Zweifel bestehen insbesondere an der Stabilität der angekündigten „Energie-Waffenruhe“, da weiterhin Angriffe auf ukrainische Energieanlagen gemeldet werden.
Gleichzeitig verschärft sich die Sicherheitslage im Nahen Osten. Die vom Iran unterstützten Huthi greifen Ziele in Saudi-Arabien an, während auch Attacken auf Tanker in der strategisch wichtigen Straße von Hormus zunehmen. Dadurch meiden immer mehr große Öltanker den Persischen Golf. Die Angst vor Versorgungsunterbrechungen überwiegt derzeit die beruhigende Wirkung zusätzlicher Liefermengen.
Zusätzliche Impulse erwarten Marktteilnehmer vom monatlichen OPEC-Bericht. Die Organisation hat ihre Prognose für das Wachstum der weltweiten Ölnachfrage deutlich gesenkt. Dies könnte die Preisentwicklung dämpfen, sofern sich die Nachfrage schwächer entwickelt als bislang erwartet.
Insgesamt bleibt die Marktlage angespannt. Trotz kurzfristiger Preisrückgänge überwiegen die geopolitischen Risiken, weshalb die fundamentale Einschätzung leicht bullish ausfällt. Für die Inlandspreise werden am Morgen zunächst leichte Abschläge erwartet. Im Vergleich zum Montagmorgen dürften die Preise jedoch weiterhin höher liegen.
Fundamental: neutral bis bullish Chartanalyse: neutral bis bearish