Die Rohölpreise an den Ölbörsen dies- und jenseits des Atlantiks sanken am Montag den vierten Handelstag in Folge. Brent und WTI fielen zeitweise unter die psychologisch wichtigen Marken von 100 bzw. 95 Dollar je Barrel. Am Dienstag erholten sich die Preise zunächst leicht. Analyst Tim Waterer von KCM Trade führt die Bewegung vor allem auf Short-Coverings nach den jüngsten Verlusten zurück und sieht bislang keine grundlegende Veränderung der Marktfundamentaldaten.
Allerdings sorgt der vorübergehende Produktionsausfall am libyschen Sharara-Ölfeld für einen neuen bullischen Faktor. Entscheidend ist, wie schnell die Förderung wieder hochgefahren werden kann und ob weitere Anschläge oder Sabotageakte auf libysche Ölanlagen folgen.
Gegenläufig wirken Meldungen über Saudi-Arabiens Ölexporte durch die Strasse von Hormus. Tankertracking-Daten zufolge wurden am Sonntag sieben Supertanker mit rund 14 Mio. Barrel saudischem Rohöl beladen – ein Sechs-Monats-Hoch.
Zusätzliche Aufmerksamkeit gilt der UN-Generalversammlung und möglichen Gesprächen zwischen US-Präsident Trump und dem iranischen Präsidenten Massoud Peseschkian sowie zwischen Trump und der ukrainischen Delegation.
Die heute Abend erwarteten US-Ölbestandsdaten des API dürften angesichts der geopolitischen Entwicklungen in den Hintergrund treten. Die offiziellen Bestandsdaten des US-Energieministeriums folgen am Mittwoch. Die Ölfutures an ICE und NYMEX notieren aktuell fester.
Fundamental: neutral bis bullish Chartanalyse: bearish bis bearish