Die Entwicklung der Rohölpreise bleibt derzeit von hoher Unsicherheit geprägt. Nach den Kursrückgängen der vergangenen beiden Handelstage ist noch offen, ob Brent und WTI auch auf Wochensicht schwächer schließen werden. Während Brent aktuell leicht unter dem Settlementniveau des vergangenen Freitags liegt, notiert WTI noch geringfügig darüber.
Entscheidend für die weitere Preisentwicklung dürften vor allem geopolitische Nachrichten sowie die Wiederherstellung der saudischen Exportinfrastruktur sein. Fortschritte bei der Ost-West-Pipeline könnten die bestehenden Versorgungsängste deutlich reduzieren. Saudi-Arabien stellte zuletzt in Aussicht, mithilfe von Behelfsmaßnahmen innerhalb weniger Tage möglicherweise rund die Hälfte der ursprünglichen Transportkapazität wiederherzustellen. Dadurch könnte der Druck auf die internationalen Ölpreise nachlassen.
Gleichzeitig bleibt die Lage im Nahen Osten angespannt. China bemüht sich darum, den Iran zu einer Einschränkung der Aktivitäten der Huthi-Miliz zu bewegen. Diese erschweren weiterhin die saudischen Ölexporte aus dem Westen des Landes. Zudem erwägt US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben weitere militärische Maßnahmen gegen den Iran.
Für die Märkte ist insbesondere die Entwicklung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus entscheidend. Eine nachhaltige Normalisierung der Transportströme könnte den geopolitischen Risikoaufschlag auf den Ölpreis weiter reduzieren. Analysten von JPMorgan weisen zugleich auf die außergewöhnlich hohe Unsicherheit hinsichtlich der Dauer des Konflikts und seiner Auswirkungen auf die globalen Lieferketten hin.
An den Ölbörsen zeichnet sich am Morgen noch keine klare Richtung ab. Gasoil liegt jedoch nur knapp über dem Vortagestief, wodurch sich für die Inlandspreise weiterhin rechnerisches Abwärtspotenzial ergibt.
Fundamental: neutral bis bullish Chartanalyse: bearish