Die Entwicklung der internationalen Ölpreise bleibt von geopolitischen Spannungen, wetterbedingten Produktionsausfällen und politischen Entscheidungen geprägt. Während die Nordsee-Ölsorte Brent auf Wochensicht voraussichtlich teurer wird, könnte US-Rohöl der Sorte WTI bereits die vierte Woche in Folge an Wert verlieren. Dies geschieht trotz Produktionsausfällen von knapp 1,3 Millionen Barrel pro Tag in den USA aufgrund der Vorbereitungen auf Hurrikan Isaias.
Die Freigabe strategischer Ölreserven durch die G7-Staaten und ihre Partner hatte zunächst für sinkende Preise gesorgt. Inzwischen bewertet der Markt diese Maßnahme zurückhaltender, da ein großer Teil der freigegebenen Mengen bereits im März angekündigt wurde und die geopolitischen Ursachen weiterhin bestehen.
Entspannungssignale im Konflikt zwischen den USA und dem Iran sorgten zeitweise für Erleichterung. Dennoch bleibt eine nachhaltige Stabilisierung von konkreten Fortschritten bei den Verhandlungen und einer sicheren Schifffahrt durch die Straße von Hormus abhängig.
Zusätzliche Unsicherheit verursacht Hurrikan Isaias. Mögliche Schäden an Förderanlagen und Raffinerien an der US-Golfküste könnten das Ölangebot einschränken und die Preise stützen. Wie stark dieser Effekt ausfällt, hängt von den tatsächlichen Schäden und der Geschwindigkeit der Wiederaufnahme des Betriebs ab.
Auch der anhaltende Konflikt zwischen Russland und der Ukraine belastet den globalen Kraftstoffmarkt. Ukrainische Drohnenangriffe beeinträchtigen russische Raffinerien und könnten das weltweite Kraftstoffangebot weiter verknappen.
Aktuell geben die Ölpreise an den Börsen erneut nach. Gleichzeitig stärkt ein höherer Eurokurs gegenüber dem US-Dollar die europäische Kaufkraft. Dadurch besteht rechnerisch Potenzial für sinkende Inlandspreise, sofern sich diese Entwicklung bei den Importkosten und Endverbraucherpreisen niederschlägt.
Fundamental: neutral bis bullish Chartanalyse: neutral