Am heutigen Dienstag richtet sich der Blick der Marktteilnehmer auf die Entwicklung der Ölpreise an ICE und NYMEX, nachdem die US-Händler nach dem verlängerten Labor-Day-Wochenende in den Markt zurückkehren. Am Montag war der Handel aufgrund des Feiertags verkürzt und das Handelsvolumen entsprechend geringer.
Grundsätzlich hat sich die Lage über das Wochenende kaum verändert. Die Ukraine setzt ihre Drohnenangriffe auf die russische Energieinfrastruktur fort und versucht damit, Moskaus Einnahmen zur Finanzierung des Krieges zu schwächen. Gleichzeitig rechnen die Marktteilnehmer wieder stärker mit einer möglichen Zinserhöhung der US-Notenbank im September. Zusätzlich belastet die Aussicht auf einen länger andauernden Konflikt zwischen den USA und dem Iran die geopolitischen Erwartungen.
Auch im Roten Meer bleibt die Situation angespannt. Nach einem erneuten Angriff der Huthi-Miliz auf eine Raffinerie im saudischen Dschaizan bestehen weiterhin Risiken für die regionale Energieversorgung und den Schiffsverkehr. Dies wirkt grundsätzlich stützend auf die Rohölpreise.
Unterstützung erhalten die Notierungen zudem von den chinesischen Rohölimporten im August, die gegenüber dem Vorjahr höher ausfielen. Gleichzeitig stiegen jedoch auch Chinas Produktexporte. Dieser Effekt wirkt leicht preisdämpfend, insbesondere angesichts der angespannten Lage an den Produktmärkten.
Insgesamt zeigen sich die Ölfutures am Dienstagmorgen fester. Die wichtigsten Rohölkontrakte haben bereits die Vortageshochs überschritten, während Gasoil auf dieses Niveau zusteuert. Für die Inlandspreise ergibt sich dadurch rechnerisch erneut Spielraum für Preisaufschläge gegenüber dem Vortag.
Fundamental: neutral bis bullish Chartanalyse: neutral