06.10.2026
Ölpreise stabilisieren sich – bessere Versorgung trifft auf geopolitische Risiken.
Brent: 99.61
Gasoil: 1355.00
Dollar: 0.8320
Crude (WTI): 88.66
Rheinfracht: 285.00

Die Ölpreise stabilisieren sich nach dem Rückgang von rund 2 % am Vortag. Ausschlaggebend sind vor allem höhere Rohölexporte aus dem Persischen Golf, die Freigabe von 100 Millionen Barrel aus strategischen G7-Reserven sowie Preissenkungen Saudi-Arabiens. Diese Faktoren sprechen kurzfristig für eine bessere Versorgungslage und setzen die Ölpreise unter Druck.

Gleichzeitig bleibt der Markt durch geopolitische Risiken im Nahen Osten angespannt. Trotz alternativer Transportrouten konnten die Golfstaaten ihre Ausfuhren zuletzt deutlich steigern. Im September erreichten die Exporte der Golfstaaten ohne Iran mehr als 81 % des Vorkriegsniveaus. Besonders Saudi-Arabien konnte seine Lieferungen über die Straße von Hormus erhöhen.

Eine vollständige Entspannung ist jedoch nicht absehbar. Neue Angriffe auf Tanker erhöhen Transportkosten, Versicherungsprämien und Sicherheitsrisiken. Die eskalierenden Kämpfe im Jemen könnten zudem weitere Störungen verursachen und einen Risikoaufschlag beim Ölpreis aufrechterhalten.

Zusätzliche Impulse erwarten die Marktteilnehmer vom aktuellen EIA-Monatsbericht. Besonders die Prognosen zur Diesel- und Heizölversorgung für die Wintersaison könnten angesichts der angespannten Marktlage wichtige Signale liefern.

In den USA wurden zudem die Regeln für steuerbegünstigten, eingefärbten Diesel gelockert, um die heimischen Energiekosten zu senken. Insgesamt bleibt der Ölmarkt daher volatil. Kurzfristig ist die Einschätzung aufgrund der verbesserten Exportlage leicht bearish. Die weiterhin hohen geopolitischen Risiken begrenzen jedoch das Abwärtspotenzial. Bei den Inlandspreisen zeichnen sich zunächst leichte Abschläge gegenüber dem Vortag ab.

 

Fundamental: neutral bis bearish           Chartanalyse: neutral