Die internationalen Ölmärkte bleiben zum Ende der Woche von hoher Volatilität geprägt. Nach zwei Tagen mit Kursgewinnen geben die Notierungen heute wieder leicht nach. Marktteilnehmer wägen die Hoffnung auf eine mögliche Waffenruhe zwischen den USA und Iran gegen die jüngsten Angriffe der Huthi in Saudi-Arabien ab.
Der seit fast sieben Monaten andauernde Konflikt am Persischen Golf sorgt weiterhin für erhebliche Unsicherheit. Zwar scheinen sich die Lieferströme durch die Straße von Hormus trotz bestehender Einschränkungen etwas zu stabilisieren, gleichzeitig bleibt die Lage am Roten Meer angespannt. Die jüngsten Angriffe auf den wichtigen Hafen Yanbu verstärken die Sorgen über mögliche Störungen der Transportwege.
Besonders angespannt ist die Situation am Produktmarkt. Die globalen Dieselpreise sind auf Rekordstände gestiegen, während auch Rohöl auf einem hohen Niveau notiert. Der Brent-Preis liegt seit Jahresbeginn weiterhin mehr als 70 Prozent im Plus und erhöht damit den Inflationsdruck auf Unternehmen und Verbraucher.
Experten erwarten kurzfristig eine hohe Preisspanne. Ein glaubwürdiges Abkommen zwischen den USA und Iran könnte Brent unter 100 US-Dollar drücken. Neue Störungen bei Exporten oder Transportwegen könnten dagegen Preise von bis zu 120 US-Dollar ermöglichen.
Entscheidend wird daher sein, ob ein dauerhaftes Abkommen zustande kommt. Bis dahin bleibt die Markteinschätzung neutral. Die Hoffnung auf Frieden wirkt preisdämpfend, während neue Angriffe die Preise stützen. Auch bei den Inlandspreisen zeichnet sich kurzfristig eine leichte Entspannung ab.
Fundamental: neutral Chartanalyse: neutral bis bullish