Die Preise der Rohölkontrakte Brent und WTI gaben am Montag nach und notieren am Dienstagmorgen nahe den Settlementniveaus des Vortages. Die von den USA angekündigten Maßnahmen zur wirtschaftlichen Isolierung Irans hatten damit bislang nur geringe Auswirkungen auf den Ölmarkt. Marktanalysten bewerten die Sanktionen eher als politische Warnung denn als unmittelbaren Schock für das weltweite Ölangebot. Eine Übergangsfrist für bestehende Geschäfte sowie das Fehlen konkret benannter Staaten begrenzen den kurzfristigen Einfluss.
Entscheidend für die weitere Preisentwicklung ist, ob die Sanktionen tatsächlich den Zugang zu iranischem Rohöl, dessen Transport oder Finanzierung einschränken. Solange dies nicht der Fall ist, rechnen Marktteilnehmer offenbar mit einem begrenzten geopolitischen Risikoaufschlag.
Größere Risiken ergeben sich weiterhin aus möglichen Angriffen Irans auf US-Anlagen und Energieinfrastruktur in den Golfstaaten. Zudem wurde nahe der Straße von Hormus erneut ein Öltanker angegriffen und manövrierunfähig gemacht. Im Roten Meer kam es außerdem zu einem Angriff der Huthi auf einen saudischen Supertanker. Beide Vorfälle erhöhen die Unsicherheit über die Sicherheit wichtiger Transportwege für Erdöl.
Für den Markt stehen nun die US-Lagerdaten im Mittelpunkt. Das American Petroleum Institute veröffentlicht heute Abend seine Bestandsschätzungen, während morgen die offiziellen Daten des US-Energieministeriums folgen. Diese liefern zusätzlich Informationen zu Nachfrage, Raffinerieauslastung und Ölproduktion. Gasoil liegt leicht unter dem Vortagestief, wodurch bei den Inlandspreisen rechnerisch Spielraum für weitere Abschläge besteht.
Fundamental: neutral Chartanalyse: bearish