Die Ölpreise an den Börsen ICE und NYMEX legen nach der jüngsten Preisrally eine Verschnaufpause ein und stabilisieren sich auf hohem Niveau. Grund dafür ist weiterhin die angespannte Lage im Persischen Golf. US-Präsident Donald Trump erklärte zwar, die erneuten Angriffe auf Iran würden voraussichtlich nicht lange dauern, betonte jedoch gleichzeitig, dass die USA zu weiteren Angriffen bereit seien. Damit bleibt das Risiko einer erneuten Eskalation bestehen.
Laut IG-Analyst Tony Sycamore zeichnet sich momentan eine leichte Beruhigung ab. Seit Mittwochmittag wurden keine weiteren bestätigten Gefechte gemeldet. Sollte diese Entspannung anhalten, könnte der Öltransport durch die Straße von Hormus wieder zunehmen. Über sogenannte Dark Ships und Ship-to-ship-Transfers werden weiterhin größere Mengen Rohöl transportiert.
Auch die USA betonen, dass der Tankerverkehr durch die wichtige Meerenge weiterhin robust sei. Am Montag sollen rund 17 Millionen Barrel Öl die Straße von Hormus passiert haben. Am Dienstag eskortierte das US-Militär laut CNN zudem 40 Schiffe mit insgesamt etwa 18 Millionen Barrel Öl.
An den Märkten bleibt die Unsicherheit über eine diplomatische Lösung jedoch groß. Analyst Dennis Kissler hält eine Rückkehr zu Verhandlungen weiterhin für möglich. Ein erneuter Friedensdialog könnte die Ölpreise schnell unter Druck setzen. Bislang zeigen weder die USA noch Iran ernsthafte Verhandlungsbereitschaft. Die Rohölpreise liegen deshalb weiterhin rund 60 Prozent über dem Niveau vor Kriegsbeginn. Dieselpreise sind sogar stärker gestiegen. Insgesamt bleibt die fundamentale Einschätzung bullish, auch wenn kurzfristig eine leichte Preiskorrektur und damit sinkende Inlandspreise möglich sind.
Fundamental: bullish Chartanalyse: neutral