Die internationalen Rohölpreise standen zuletzt unter Druck. Die beiden wichtigsten Kontrakte, Brent und WTI, verzeichneten auf Wochensicht einen Rückgang. Ausschlaggebend waren vor allem die Wiederinbetriebnahme der saudischen Ost-West-Pipeline und steigende saudische Rohölexporte über die Straße von Hormus. Zusätzlich sorgten Hoffnungen auf eine Einigung zwischen den USA und dem Iran für Entspannung an den Ölmärkten.
Diese Hoffnungen wurden jedoch am Wochenende gedämpft, nachdem US-Präsident Donald Trump einen Vorschlag Teherans ablehnte. Gleichzeitig bleiben die geopolitischen Risiken im Nahen Osten hoch. Angriffe der Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien könnten die dortige Ölproduktion und wichtige Lieferketten erneut beeinträchtigen. Analysten von ANZ warnen deshalb vor anhaltenden Risiken für die regionale Versorgung.
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist ein mögliches US-Exportverbot für Diesel. Während Energieminister Chris Wright einen solchen Schritt kritisch sieht, erklärte Trump, die Maßnahme werde ernsthaft geprüft. Die US-Dieselbestände sind weiterhin vergleichsweise niedrig. Ein Exportverbot könnte zwar das Angebot auf dem US-Markt erhöhen und dort möglicherweise die Preise beeinflussen, gleichzeitig aber die internationalen Dieselpreise weiter steigen lassen.
Zu Wochenbeginn zogen die Ölpreise wieder an, vor allem wegen der nachlassenden Aussicht auf eine Einigung zwischen Washington und Teheran. Auch für die Inlandspreise zeichnet sich daher rechnerisch ein Anstieg gegenüber Freitag ab.
Fundamental: neutral bis bullish Chartanalyse: neutral