Nach der deutlichen Preisrally der vergangenen Woche geben die Ölpreise an ICE und NYMEX zu Wochenbeginn leicht nach. Brent hatte am Freitag den höchsten Stand seit Ende April erreicht. Ausschlaggebend für die aktuelle Korrektur sind vorsichtige Hoffnungen auf eine diplomatische Entspannung zwischen den USA und dem Iran. Die anhaltenden Angriffe in der Region begrenzen jedoch das Abwärtspotenzial.
Am Sonntag reisten Vermittler aus Katar erneut nach Teheran, um Gespräche zur Deeskalation voranzutreiben. Gleichzeitig meldete Saudi-Arabien weitere Raketen- und Drohnenangriffe. Die Huthi-Rebellen bekannten sich zudem zu Angriffen auf einen Flughafen und Ölanlagen. Damit bleibt die Gefahr von Lieferunterbrechungen hoch.
Auch die politischen Signale aus Washington und Teheran sind widersprüchlich. US-Präsident Donald Trump stellte eine Einigung oder eine Beendigung des Konflikts in Aussicht. Gleichzeitig deuten Evakuierungen diplomatischer Mitarbeiter und mögliche weitere Militärschläge nach den US-Zwischenwahlen am 3. November auf ein erhöhtes Eskalationsrisiko hin.
Marktanalysten rechnen deshalb weiterhin mit erhöhtem Aufwärtsdruck. Selbst eine teilweise Erholung der Öllieferungen könnte durch geopolitische Unsicherheiten und mögliche sinkende Lagerbestände kompensiert werden. Besonders in Asien könnten deutlich höhere Preise die Nachfrage belasten. Laut Einschätzungen müsste Brent jedoch auf bis zu 150 US-Dollar je Barrel steigen, um einen massiven Nachfrageeinbruch auszulösen.
Fazit: Trotz kurzfristiger Preisabschläge bleibt die fundamentale Marktlage bullish. Die geopolitischen Risiken, mögliche Angebotsausfälle und die Gefahr einer weiteren Eskalation dürften die Ölpreise auf hohem Niveau halten. Bei den Inlandspreisen sind gegenüber Freitagmorgen dennoch leichte Abschläge erkennbar.
Fundamental: neutral bis bullish Chartanalyse: neutral bis bullish